Ergreifend in Wort und Lied: Passionskonzert in der Alten Kirche
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Brackel. (-y) Eine gelungene Uraufführung einer Passion nach Matthäus, überschrieben "Wacht und betet", präsentierte Christian Scheike mit dem von ihm geleiteten Kinder- und Jugendchor Zauberlehrlinge in Zusammenarbeit mit dem Herdecker Ensemble "Fire Choir" in der evangelischen Kirche am Hellweg.
Nach Texten der schon vielfach ausgezeichneten Literaturpreis-Gewinnerin Katharina Bauer schuf Christian Scheike ein nach der Bibel thematisch orientiertes Werk, das der Chor, mit rund 50 Kindern und Jugendlichen, optimal besetzt, mit großer Hingabe interpretierte.
Die nach großen Passions-Vorbildern gewählte Aufteilung gelang mit differenzierten Spannnungsphasen, die der musikalischen Struktur dramatische Akzente, aber auch die textbezogenen frommen Perspektiven kamen nachhaltig zur Geltung. Christian Scheike führte sein Dirigat vom Klaiver aus und durfte sich größter Aufmerksamkeit aller Akteure erfreuen.
Die musikalischen Akzente, die Scheike mit rhythmusbetonter, doch immer melodiöser Linie für seinen Chor "gezaubert" hatte, besaßen ausdrucksstark moderne Zeichen der Zeit. Natürlich bildeten die mit geistlicher Inspiration prosaisch und hochempfindsam gestalteten Verse Katharina Bauers die Basis zu genialem Zusammenwirken.
Pastor Rosiepen vertiefte Geschehen
Pastor Tong Rosiepen hatte es übernommen, die Abschnitte des Evangeliums rezitativisch zu vertiefen. So ergab sich ein harmonischer Übergang zu der Leidensgeschichte des Herrn nach Matthäus, vom Chor mit Leidenschaft und Inbrunst realisiert.
In stets sauberer Singweise wirkten nicht nur das Leitthema "Wacht und betet - schlaft nur nicht", vielmehr auch die Passagen zu "Schau der Abend kommt" oder "Da kam die Finsternis", mit kleiner Solo-Passage, und zum Schluss der Auftrag der Apostel "Uns ist ein Licht geboren und bleibt bei uns als Licht!", in choralbetontem Stil, real überzeugend.
Die Einbeziehung einer Klarinette in die musikalische Dramaturgie hauchte der Passion künstlerisches Flair ein, Profi Joachim Striepens eröffnete mit jederzeit gefühlvoll angelegtem virtuosem Spiel Perspektiven zur besinnlichen Verinnerlichung der biblischen Geschichte.
Die hohe Kunst dezenter Tongebung demonstrierte er solo oder begleitet von Christian Scheike mit Werken von Astor Piazzolla, André Jolivet, Camille Saint-Saens und Gabriel Fauré.
Das ergreifend-begeisternde Passions-Geschehen fand die uneingeschränkte Zustimmung des aufgeschlossenen Publikums, das verdienten Applaus spendete.



